Ratgeber · Stand Oktober 2026

ChatGPT und Datenschutz: So setzen Unternehmen KI DSGVO-konform ein

Ja, ChatGPT lässt sich im Unternehmen datenschutzkonform nutzen, aber nicht mit privaten Free- oder Plus-Konten. Voraussetzung sind ein Firmentarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag, klare Regeln, welche Daten hineindürfen, und die Dokumentation im Verarbeitungsverzeichnis. Für besonders sensible Daten ist eine lokale KI oft der einfachere Weg.

  • AVVnur in Firmentarifen
  • Kein Trainingmit Firmendaten als Voreinstellung
  • EU-Speicherungfür Enterprise, Edu und API
  • Art. 50KI-Kennzeichnung seit August 2026
  • Lokalkeine Übermittlung an Dritte
Tarife

Welcher ChatGPT-Tarif ist datenschutzkonform?

Entscheidend ist der Vertrag. Nur Firmentarife haben einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO. Für Kunden aus dem EWR ist der Vertragspartner OpenAI Ireland Ltd.

TarifAVVTraining mit Ihren EingabenSpeicherortFür Firmendaten
Free, Go, Plus, Proneinja, in den Einstellungen abschaltbarvor allem USAnicht geeignet
Business (früher Team)janein (Voreinstellung)USA, Europa-Optionen eingeschränktmit klaren Regeln
Enterprise, Edujanein (Voreinstellung)Europa wählbar, seit Januar 2026 auch die Verarbeitunggeeignet
APIjanein (Voreinstellung)Europa für geeignete Projektefür eigene Anwendungen

Quellen: OpenAI: Data residency in Europe (Februar 2025, ergänzt Januar 2026), Collective Brain (Stand September 2026). Tarifdetails ändern sich häufig, prüfen Sie den aktuellen Vertrag vor dem Abschluss.

Checkliste

DSGVO-konforme KI: acht Punkte, die Sie klären sollten

  1. Firmentarif mit AVV

    Private Konten für Firmeninhalte sperren. Nur lizenzierte Arbeitsbereiche mit Auftragsverarbeitungsvertrag nutzen.

  2. Zweck und Rechtsgrundlage

    Für welche Aufgaben wird KI genutzt, und auf welche Rechtsgrundlage stützt sich die Verarbeitung personenbezogener Daten?

  3. Erlaubte Daten festlegen

    Was darf hinein, was nicht? Gesundheits-, Personal- und Mandantendaten im Zweifel ausschließen.

  4. Drittlandübermittlung prüfen

    Bei Verarbeitung in den USA braucht es eine Grundlage, etwa Standardvertragsklauseln oder das EU-US Data Privacy Framework. Prüfen Sie, worauf sich Ihr Vertrag stützt.

  5. Dokumentieren

    Eintrag im Verarbeitungsverzeichnis, Löschfristen, bei hohem Risiko eine Datenschutz-Folgenabschätzung.

  6. Richtlinie und Schulung

    Eine kurze KI-Richtlinie und eine Einweisung der Mitarbeitenden. Zum rechtlichen Rahmen: KI-Kompetenz nach Artikel 4.

  7. Transparenz nach Art. 50

    Seit 2. August 2026 gelten Kennzeichnungspflichten der KI-Verordnung, etwa wenn Kunden mit einem Chatbot sprechen.

  8. Berufsgeheimnisse beachten

    Für Kanzleien, Praxen und Steuerberater gilt zusätzlich § 203 StGB: Mandantendaten in KI-Diensten.

Andere Anbieter

Und Copilot, Gemini oder Claude?

Für die anderen großen Assistenten gilt das gleiche Muster: Firmentarife mit AVV und ohne Training auf Ihren Daten, Privatkonten nicht für Firmeninhalte.

Microsoft 365 Copilot

Verarbeitung nach den Microsoft-Produktbedingungen und dem Microsoft-AVV. Der Speicherort folgt dem Datenstandort Ihres Microsoft-365-Mandanten.

Gemini für Workspace

Für Business- und Enterprise-Kunden gilt der Workspace-AVV. Die Datenregion lässt sich je nach Workspace-Edition auf Europa festlegen.

Claude

Team- und Enterprise-Tarife mit AVV und ohne Training auf Ihren Daten. Über die API ist eine Verarbeitung in EU-Regionen bei Cloud-Anbietern wie AWS möglich.

Nach First AI Movers: EU Residency Guide (April 2026). Auch bei EU-Speicherung kann Personal des Anbieters von außerhalb der EU Zugriff haben. Prüfen Sie Unterauftragsverarbeiter und Zugriffsregeln im AVV.

Alternative

Wann lokale KI die bessere Wahl ist

Lokale KI ist sinnvoll bei

  • Mandanten-, Patienten- und Personaldaten
  • Konstruktionsdaten und Betriebsgeheimnissen
  • Vorgaben, die keine Übermittlung an Dritte erlauben
  • vielen Nutzern, für die Abos teuer würden

Was lokale KI nicht erledigt

  • Zweck, Löschkonzept und Zugriffsrechte bleiben Pflicht
  • Verarbeitungsverzeichnis und ggf. Folgenabschätzung
  • Schulung und Richtlinie für Mitarbeitende
  • Wartung und Updates des Servers

Bei einer lokalen KI läuft das Sprachmodell auf einem KI-Server in Ihrem Netz. Es gibt keinen KI-Anbieter, an den Daten übermittelt werden. Welche Modelle und welche Hardware dafür nötig sind, steht im Ratgeber Lokale KI: Modelle, Hardware und Kosten.

Aufsicht

Wie streng prüfen die Behörden?

Die italienische Datenschutzbehörde verhängte im Dezember 2024 ein Bußgeld von 15 Millionen Euro gegen OpenAI, unter anderem wegen fehlender Rechtsgrundlage für das Training und mangelnder Transparenz. Ein Gericht in Rom hob das Bußgeld im März 2026 auf, die Begründung war zunächst nicht veröffentlicht (Bericht vom 20.03.2026).

Für Unternehmen heißt das: Die Rechtslage rund um KI-Anbieter ist in Bewegung. Verantwortlich für die Eingaben Ihrer Mitarbeitenden bleiben Sie selbst. Klare Regeln und der passende Tarif sind deshalb wichtiger als die Wahl des Anbieters.

Häufige Fragen

Fragen zu ChatGPT und Datenschutz

Ist ChatGPT DSGVO-konform?

Der Dienst selbst ist weder konform noch unzulässig. Entscheidend ist, wie Sie ihn nutzen: mit Firmentarif und AVV, festgelegten erlaubten Daten, geprüfter Drittlandübermittlung und Dokumentation. Private Free- und Plus-Konten erfüllen diese Voraussetzungen für Firmendaten nicht.

Darf ich personenbezogene Daten in ChatGPT eingeben?

Nur mit Rechtsgrundlage und über einen Firmentarif mit AVV. Besondere Kategorien wie Gesundheitsdaten und Daten, die einem Berufsgeheimnis unterliegen, sollten Sie ohne gesonderte Prüfung ausschließen.

Brauche ich einen AVV für ChatGPT?

Ja, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden. OpenAI bietet ihn für Business, Enterprise, Edu und die API an, nicht für Free, Go, Plus und Pro.

Nutzt OpenAI meine Eingaben zum Training?

In den Firmentarifen und über die API nach Angaben von OpenAI nicht, solange Sie nicht ausdrücklich zustimmen. In privaten Konten ist das Training voreingestellt und lässt sich in den Einstellungen abschalten.

Was ist DSGVO-konforme KI?

KI, deren Einsatz die Vorgaben der DSGVO erfüllt: Rechtsgrundlage, Zweckbindung, AVV mit dem Anbieter, geprüfte Übermittlung in Drittländer, Löschkonzept und Dokumentation. Das gilt für Cloud-Dienste ebenso wie für lokale KI.

Ist lokale KI automatisch DSGVO-konform?

Nein, aber vieles wird einfacher. Ohne Übermittlung an einen KI-Anbieter entfallen AVV und Drittlandfragen für diesen Dienst. Zweck, Zugriffsrechte, Löschfristen und Dokumentation bleiben Ihre Aufgabe.

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Rechtsberatung. Für Ihren konkreten Fall wenden Sie sich an Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine Kanzlei.

KI ohne Datenschutzsorgen

Wir zeigen Ihnen, ob ein Firmentarif reicht oder ob eine lokale KI für Ihre Daten besser passt, und rechnen beides durch.

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