Unternehmens-KI: Was sie ist und wie Sie die passende Lösung wählen
Unternehmens-KI ist KI, die ein Betrieb kontrolliert einsetzt: mit Firmenkonten statt Privatzugängen, mit Zugriff auf eigene Unterlagen, mit Rechten, Protokoll und klaren Regeln. Es gibt vier Wege dorthin, vom Firmentarif eines Cloud-Assistenten bis zum eigenen KI-Server.
- 4 Wegevom Abo bis zum eigenen Server
- Eigene DatenHandbücher, Verträge, Wissen anbinden
- RechteAnmeldung, Rollen, Protokoll
- RegelnRichtlinie und Schulung
- Abo oder Kaufzwei Kostenmodelle
Was unterscheidet Unternehmens-KI von privater KI-Nutzung?
In vielen Betrieben nutzen Mitarbeitende längst KI, oft mit privaten Konten. Das nennt man Schatten-KI. Unternehmens-KI holt diese Nutzung in einen geregelten Rahmen.
Private KI-Nutzung
- private Konten, keine Verträge mit dem Anbieter
- kein Überblick, welche Daten wohin gehen
- jede Person arbeitet anders
- kein Zugriff auf Firmenwissen
Unternehmens-KI
- Firmenkonten oder eigener Server, Verträge und AVV
- festgelegt, welche Daten erlaubt sind
- Anmeldung, Rollen und Protokoll
- Anbindung an eigene Unterlagen und Systeme
Vier Wege zur Unternehmens-KI
| Weg | Beispiele | Wo die Daten verarbeitet werden | Kostenmodell | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Firmentarif eines Cloud-Assistenten | ChatGPT Business und Enterprise, Microsoft 365 Copilot, Gemini für Workspace, Claude Team, Le Chat Enterprise | beim Anbieter, teils mit wählbarer EU-Region | Abo pro Person und Monat | schnellen Start, unkritische bis mittlere Daten |
| Europäische KI-Plattform | Chat-Oberfläche mit Modellen in EU-Rechenzentren | beim Anbieter in der EU | Abo pro Person oder nach Verbrauch | EU-Hosting ohne eigene Hardware |
| Eigene Anwendung über API | Assistent im Intranet, im ERP oder im Ticketsystem | je nach gewählter API-Region | nach Verbrauch plus Entwicklung | spezielle, wiederkehrende Abläufe |
| Lokale KI | eigener KI-Server mit Open-Weight-Modellen | in Ihrem Netz, auf Wunsch offline | einmalig Hardware, danach Wartung | vertrauliche Daten, viele Nutzer |
Viele Betriebe kombinieren: Unkritisches läuft im Firmentarif eines Cloud-Dienstes, Vertrauliches auf dem eigenen Server. Welche Tarife einen Auftragsverarbeitungsvertrag haben, steht im Ratgeber ChatGPT und Datenschutz.
Woraus eine Unternehmens-KI besteht
Sprachmodell
Das eigentliche KI-Modell, als Cloud-Dienst oder als Open-Weight-Modell auf eigener Hardware.
Oberfläche
Ein Chat im Browser, eingebettet in Teams, Outlook oder das Intranet.
Anmeldung und Rechte
Firmenkonten, Rollen und Gruppen, idealerweise über die bestehende Benutzerverwaltung.
Wissensanbindung
Die KI durchsucht Handbücher, Verträge oder Wissensdatenbanken und nennt die Quelle. Sie sieht nur, was die Person auch sonst sehen darf.
Agenten und Automatisierung
Wiederkehrende Abläufe mit mehreren Schritten, etwa Posteingang oder Angebote. Mehr dazu: KI-Agenten und KI-Automatisierung.
Regeln und Schulung
Eine kurze KI-Richtlinie, eine Einweisung und ein Ansprechpartner für Fragen.
Unternehmens-KI einführen in fünf Schritten
- Bestandsaufnahme
Wer nutzt heute schon welche KI, mit welchen Daten? Das zeigt, wo Regeln am dringendsten sind.
- Anwendungsfälle wählen
Zwei bis drei wiederkehrende Aufgaben mit klarem Nutzen, etwa Texte, Zusammenfassungen oder Fragen zu Handbüchern.
- Weg festlegen
Nach Datenklassen entscheiden: Was darf in die Cloud, was bleibt im Haus?
- Pilot mit einer Abteilung
Einrichten, Wissen anbinden, Team schulen und nach einigen Wochen auswerten.
Fünftens: ausrollen. Erst wenn der Pilot trägt, folgen weitere Abteilungen, mit Richtlinie, Ansprechpartner und regelmäßiger Überprüfung der Regeln.
Abo oder eigener Server: die Kostenlogik
Bei Cloud-Tarifen wachsen die Kosten mit jeder Person, die einen Zugang braucht. Ein eigener KI-Server kostet einmalig in der Anschaffung, danach fallen Wartung und Strom an, aber keine Gebühren pro Kopf. Je mehr Mitarbeitende regelmäßig arbeiten, desto eher lohnt sich der eigene Server.
Richtwerte für eigene Systeme finden Sie unter KI-Server und im Preisrechner. Eine Beispielrechnung für eine Kanzlei steht im Ratgeber Was kostet ein KI-Server für die Kanzlei?.
Fragen zur Unternehmens-KI
Was ist eine Unternehmens-KI?
Eine KI-Lösung, die ein Betrieb kontrolliert bereitstellt: mit Firmenkonten oder eigenem Server, Verträgen mit dem Anbieter, festgelegten erlaubten Daten, Rechten und Protokoll sowie meist einer Anbindung an eigene Unterlagen.
Was kostet eine Unternehmens-KI?
Cloud-Lösungen kosten ein Abo pro Person und Monat oder werden nach Verbrauch abgerechnet. Ein eigener KI-Server kostet einmalig in der Anschaffung, danach Wartung. Dazu kommen jeweils Einrichtung, Anbindung eigener Daten und Schulung.
Welche Unternehmens-KI ist DSGVO-konform?
Grundsätzlich jede Lösung mit Auftragsverarbeitungsvertrag, geprüfter Übermittlung in Drittländer und klaren Regeln für die Daten. Bei einer lokalen KI entfällt die Übermittlung an einen KI-Anbieter. Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung.
Kann eine Unternehmens-KI auf unsere Dokumente zugreifen?
Ja, über eine Wissensanbindung. Die KI durchsucht freigegebene Unterlagen und nennt die Quelle. Gute Lösungen übernehmen dabei die Zugriffsrechte, damit niemand über die KI Dokumente sieht, die er sonst nicht öffnen dürfte.
Brauchen wir eine eigene IT-Abteilung?
Nein. Cloud-Tarife lassen sich ohne eigene IT einrichten. Einen lokalen KI-Server bauen wir auf, schulen Ihr Team und übernehmen auf Wunsch die Wartung.
Unternehmens-KI planen
Wir prüfen mit Ihnen, welcher Weg zu Ihren Daten und Abläufen passt: Cloud, eigener Server oder eine Kombination.
