Wer einen Reinigungsroboter plant, schaut meist zuerst auf die Quadratmeter. Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage, worauf der Roboter eigentlich fährt. Fliese, Teppich, versiegelter Beton oder eine Mischung aus allem: Der Bodenbelag entscheidet darüber, ob ein Gerät schrubben, saugen oder kehren muss, und damit über die Modellwahl. Ein Scheuersaugroboter, der in einem Gebäude mit viel Teppich steht, wird nie richtig glücklich. Ein Kehrsauger auf einem fettigen Küchenboden auch nicht.
Dieser Beitrag zeigt, welcher Reinigungsroboter zu welchem Bodenbelag passt, worauf Sie bei Belagwechseln, Schwellen und Außenflächen achten sollten und welche Fragen Sie vor dem Kauf klären. Die Beispiele beziehen sich auf die Pudu-Reinigungsroboter, die wir aus Zirndorf liefern und betreuen. Alle technischen Angaben stammen aus den Herstellerunterlagen und unseren Produktseiten.
Warum der Bodenbelag die Modellwahl bestimmt
Reinigungsroboter für Gewerbeflächen arbeiten nach zwei Grundprinzipien:
- Nassreinigung (Scheuersaugen): Der Roboter trägt Wasser und Reinigungslösung auf, schrubbt mit Bürsten und saugt das Schmutzwasser direkt wieder ab. Das braucht man bei haftendem Schmutz wie Schuhabrieb, Fettfilm, Reifenspuren oder verschütteten Getränken.
- Trockenreinigung (Kehren und Saugen): Der Roboter nimmt losen Schmutz auf, also Staub, Krümel, Haare, Papier, Späne oder Folienreste. Das passt zu Teppich und zu Flächen, auf denen vor allem trockener Schmutz anfällt.
Der Bodenbelag gibt dabei den Rahmen vor. Teppich lässt sich nicht nass schrubben, ein glatter Hartboden mit Fettfilm wird durch reines Saugen nicht sauber. Deshalb lohnt es sich, vor jeder Anfrage einmal durch das Gebäude zu gehen und aufzuschreiben, welche Beläge wo liegen und welcher Schmutz dort typischerweise anfällt.
Hartböden: Fliese, Naturstein, Epoxidharz und Co.
Hartböden sind das klassische Revier der Scheuersaugroboter. Laut Hersteller reinigen der Pudu CC1 und der Pudu CC1 Pro harte Beläge wie Terrazzo, Marmor, Fliesen, Epoxidharz, Sandstein und Kunststein. Beide Geräte kehren, schrubben, saugen und wischen in einem Durchgang. Der Boden ist hinter dem Gerät trocken und sofort wieder begehbar, was in Verkaufsräumen, Fluren und Eingangsbereichen ein wichtiger Punkt ist.
Für sehr große, zusammenhängende Hartbodenflächen, etwa in Logistikzentren, Produktionshallen oder Einkaufszentren, ist der Pudu BG1 ausgelegt. Er hat einen 75-Liter-Frischwassertank und eine ausfahrbare Bürste für randnahes Arbeiten. Wir empfehlen ihn ab etwa 8.000 Quadratmetern zusammenhängender Fläche. Darunter ist meist der CC1 die wirtschaftlichere Wahl.
Ein paar praktische Hinweise für Hartböden:
- Reinigungsmittel abstimmen: Naturstein und manche Beschichtungen reagieren empfindlich auf ungeeignete Reiniger. Klären Sie mit dem Bodenhersteller oder Ihrem Reinigungsmittellieferanten, welche Mittel und Konzentrationen zulässig sind.
- Fugen und Strukturen: Stark strukturierte Fliesen oder breite Fugen halten mehr Schmutz und Wasser. Hier lohnt ein Test auf der echten Fläche, bevor man sich auf eine Reinigungsstufe festlegt.
- Glänzende Oberflächen: Spiegelnde Böden können die Sensorik fordern. Bei der Inbetriebnahme sollte die Kartierung deshalb unter den Lichtverhältnissen erfolgen, unter denen später auch gereinigt wird.
Teppich und gemischte Beläge
In Bürogebäuden, Hotels, Praxen und Schulen wechseln sich Hartboden und Teppich oft auf wenigen Metern ab. Genau dort wird die Modellwahl spannend. Der häufigste Fehlkauf, den wir sehen, ist ein reiner Scheuersaugroboter für ein Gebäude, in dem ein großer Teil der Fläche mit Teppich belegt ist. Der Teppich wird dann weiterhin von Hand gesaugt.
Für diese Gebäude gibt es zwei Wege:
- Pudu MT1 Vac: Der MT1 Vac ist ein Kehrsauger mit 55 cm Saugpfad und HEPA-Filter. Er unterscheidet Hartboden und Teppich selbstständig, passt die Saugleistung an und fährt beides in einem Durchlauf. Er ist die richtige Wahl, wenn der Schmutz überwiegend trocken ist, also Staub, Krümel, Papier und Haare.
- Pudu CC1 oder CC1 Pro: Beide reinigen neben Hartböden auch niederflorigen Teppich. Sie passen, wenn ein Gebäude überwiegend Hartboden mit haftendem Schmutz hat und dazwischen Teppichflächen liegen. Laut Herstellerangabe zum CC1 Pro reicht eine Akkuladung beim Teppichsaugen etwa 4 Stunden, beim Schrubben und Kehren je etwa 5 Stunden.
Hochfloriger Teppich, Läufer mit Fransen oder lose Fußmatten sind für Roboter generell schwierig. Solche Bereiche nimmt man bei der Einrichtung besser als Sperrzone aus oder ersetzt lose Matten durch feste Sauberlaufzonen. Welcher Roboter sich für Büroflächen eignet, beschreibt auch unsere Seite Reinigungsroboter im Büro.
Industrieböden: versiegelter Beton und Hallenflächen
In Produktion, Lager und Werkstatt liegt meist versiegelter Beton oder eine Beschichtung. Hier entscheidet weniger der Belag als die Art des Schmutzes:
- Trockener, grober Schmutz wie Späne, Folienreste, Verpackungsreste, Sand und Palettenabrieb: Dafür ist der Pudu MT1 Monster gebaut, mit 70 cm Arbeitsbreite und 35 Litern Schmutzbehälter. Laut Hersteller überwindet er Schwellen bis 20 mm und braucht mindestens 75 cm Durchfahrtsbreite.
- Ölfilm, Reifenabrieb oder Schuhabrieb auf dem Beton: Hier braucht es Wasser und mechanischen Druck, also einen Scheuersaugroboter. Bei großen Hallen ist das der BG1, bei mittleren Flächen der CC1.
Viele Hallen haben beides: Verkehrswege mit Reifenspuren und Lagerzonen mit Verpackungsresten. Dann kann eine Kombination aus Kehr- und Scheuergerät sinnvoll sein, oder ein Gerät mit unterschiedlichen Zonen und Reinigungsplänen. Mehr dazu auf unserer Seite Kehrroboter für die Industrie.
Überdachte Außenflächen: Parkdeck, Rampe, Innenhof
CC1, CC1 Pro, MT1 Vac und MT1 Monster sind Geräte für den Innenbereich. Für Flächen mit Witterungseinfluss gibt es den Pudu MT1 Max mit Schutzart IP54 und 3D-LiDAR. IP54 schützt vor Staub und Spritzwasser, nicht vor Dauerregen auf freier Fläche. Geeignet sind damit Tiefgaragen, Parkdecks, überdachte Innenhöfe, Laderampen und Eingangszonen.
Laut Pudu-Handbuch überfährt der MT1 Max Hindernisse bis 20 mm und gängige Bremsschwellen unter 50 mm. Gereinigt wird bis 3° Gefälle, Steigungen bis 8° befährt er nur ohne Reinigung, etwa auf dem Weg zur nächsten Fläche. Wo ein Kehrroboter draußen funktioniert und wo nicht, steht ausführlich auf unserer Seite Kehrroboter für den Außenbereich.
Übersicht: Welcher Reinigungsroboter für welchen Bodenbelag?
| Bodenbelag und Schmutz | Passendes Modell | Preis netto |
|---|---|---|
| Hartboden mit haftendem Schmutz, mittlere Flächen, auch niederfloriger Teppich | Pudu CC1 | 19.000 € |
| wie CC1, dazu viele Räume, Etagen und Reinigungsnachweis | Pudu CC1 Pro | 21.000 € |
| Gemischte Beläge (Hartboden und Teppich), trockener Schmutz | Pudu MT1 Vac | 17.900 € |
| Industrieboden, trockener und grober Schmutz | Pudu MT1 Monster | 18.000 € |
| Überdachte Außenflächen, Parkdeck, Rampe | Pudu MT1 Max | 23.000 € |
| Große zusammenhängende Hartbodenflächen ab ca. 8.000 m² | Pudu BG1 | 29.500 € |
Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer, jeweils zuzüglich Lade- oder Dockingstation. Eine ausführlichere Entscheidungshilfe nach Fläche und Branche finden Sie in unserem Beitrag Welcher Pudu-Reinigungsroboter passt?
Belagwechsel, Schwellen und Übergänge
Schwierig für Reinigungsgeräte ist selten die Fläche selbst, sondern die Kante: der Übergang von Fliese zu Teppich, die Türschwelle, die Rinne vor dem Rolltor. Vor dem Kauf sollten Sie deshalb folgende Punkte prüfen:
- Schwellenhöhe: Messen Sie die höchsten Schwellen und Übergangsprofile im geplanten Reinigungsbereich und vergleichen Sie sie mit den Herstellerangaben des Modells.
- Durchfahrtsbreiten: Türen, Regalgassen und Engstellen müssen breit genug für das Gerät sein. Beim MT1 Monster sind es laut Hersteller mindestens 75 cm.
- Rampen und Gefälle: Innenrampen oder Gefälle zu Abläufen können die Reinigung einschränken. Klären Sie, wo das Gerät nur fahren und wo es auch reinigen soll.
- Lose Gegenstände: Kabel, Matten und Kleinteile auf dem Boden führen zu Abbrüchen. Ein kurzer Kontrollgang vor dem Nachtbetrieb hilft.
Gerade bei vielen kleinen Räumen mit Türschwellen und wechselnden Belägen spielt der CC1 Pro seine erweiterte Sensorik aus. Bei großen offenen Flächen reicht in der Regel der CC1.
Fragen, die Sie vor dem Kauf klären sollten
- Welche Bodenbeläge liegen im Reinigungsbereich, und wie groß ist der jeweilige Anteil?
- Welcher Schmutz fällt überwiegend an: trocken und lose oder haftend und feucht?
- Gibt es Vorgaben des Bodenherstellers zu Reinigungsmitteln und Bürsten?
- Wie hoch sind Schwellen und Übergänge, wie breit sind Türen und Gassen?
- Soll auch in Bereichen mit Witterungseinfluss gereinigt werden?
- Wo kann eine Lade- oder Dockingstation mit Wasseranschluss stehen?
Mit diesen Antworten lässt sich die Modellwahl meist schon im ersten Gespräch eingrenzen. Wie es danach mit Kartierung, Zonen und Einweisung weitergeht, beschreibt unser Beitrag Reinigungsroboter einführen. Was im laufenden Betrieb an Pflege anfällt, steht im Beitrag zur Reinigungsroboter-Wartung.
Häufige Fragen zu Reinigungsroboter und Bodenbelag
Kann ein Reinigungsroboter Teppich und Fliese in einem Durchgang reinigen?
Ja, mit dem passenden Modell. Der MT1 Vac erkennt Hartboden und Teppich selbstständig und saugt beides in einem Durchlauf. Der CC1 und der CC1 Pro schrubben Hartböden und reinigen auch niederflorigen Teppich.
Eignen sich Reinigungsroboter für Naturstein?
Laut Hersteller reinigen CC1 und CC1 Pro unter anderem Marmor, Terrazzo und Sandstein. Entscheidend ist, dass Reinigungsmittel und Bürsten zum Stein passen. Das sollte vor dem Einsatz mit dem Bodenhersteller abgestimmt werden.
Welcher Roboter eignet sich für Hallenböden mit Spänen und Folienresten?
Für trockenen, groben Schmutz ist der MT1 Monster gedacht. Muss zusätzlich Ölfilm oder Reifenabrieb entfernt werden, braucht es einen Scheuersaugroboter wie den CC1 oder bei großen Hallen den BG1.
Kann man den Roboter vorher auf dem eigenen Boden testen?
Ja. Einen Testeinsatz planen wir individuell mit Ihnen, damit Sie sehen, wie das Gerät mit Ihren Belägen, Übergängen und Ihrem Schmutz zurechtkommt.
Fazit: Erst den Boden verstehen, dann das Gerät wählen
Der richtige Reinigungsroboter ergibt sich aus Bodenbelag und Schmutzart, nicht aus der Quadratmeterzahl allein. Hartböden mit haftendem Schmutz brauchen einen Scheuersaugroboter, gemischte Beläge mit trockenem Schmutz einen Kehrsauger, Hallen mit grobem Schmutz einen Industriekehrer und überdachte Außenflächen ein Gerät mit passender Schutzart. Wer seine Beläge, Übergänge und Schmutzarten vorher kennt, vermeidet den teuersten Fehler: ein Gerät, das nur einen Teil der Fläche reinigen kann.
Sie möchten wissen, welcher Roboter zu Ihren Böden passt? Rufen Sie uns an unter 0911 47904156 oder schreiben Sie uns. Wir beraten Sie zu Gerät und Station und planen auf Wunsch einen Testeinsatz individuell mit Ihnen. Lieferung und Inbetriebnahme inklusive Einweisung bieten wir optional für 990 € netto an, enthalten ist etwa eine Stunde Anfahrt ab Zirndorf.
Alle Preise netto zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmen, Gewerbetreibende, Freiberufler und öffentliche Einrichtungen – kein Verkauf an Verbraucher.

