Ein Reinigungsroboter putzt jede Nacht, ohne zu murren. Aber er putzt nur so gut, wie er gepflegt wird. Eine verfilzte Bürste, ein zugesetzter Filter oder eine eingerissene Abstreiflippe fallen am ersten Tag nicht auf. Nach ein paar Wochen sieht man sie im Ergebnis: Wasserstreifen hinter dem Gerät, grauer Schleier in den Fahrbahnen, Staub an den Rändern.
Die gute Nachricht: Die Wartung eines Reinigungsroboters ist überschaubar und gut planbar. Dieser Beitrag zeigt, was Ihr Team täglich, wöchentlich und in größeren Abständen erledigen sollte, welche Verschleißteile anfallen und wann sich ein Wartungsvertrag lohnt. Die Beispiele beziehen sich auf die Pudu-Reinigungsroboter, die wir aus Zirndorf liefern und betreuen. Wie man ein Gerät überhaupt in den Betrieb bringt, beschreibt unser Beitrag Reinigungsroboter einführen.
Warum Wartung über das Reinigungsergebnis entscheidet
Ein autonomer Scheuersauger arbeitet im Prinzip wie eine klassische Scheuersaugmaschine: Bürste, Wasser, Absaugung. Was bei der handgeführten Maschine der Bediener nebenbei bemerkt, muss beim Roboter jemand bewusst kontrollieren, weil niemand hinter dem Gerät herläuft. Drei Dinge passieren, wenn die Pflege ausbleibt:
- Das Ergebnis wird schleichend schlechter. Abgenutzte Bürsten und Lippen hinterlassen Streifen und Restwasser, ohne dass der Roboter eine Fehlermeldung ausgibt.
- Es gibt mehr Abbrüche. Verschmutzte Sensoren und Kameras führen dazu, dass der Roboter öfter stoppt oder Zonen auslässt.
- Es riecht. Schmutzwasser, das über das Wochenende im Tank steht, macht sich spätestens am Montagmorgen bemerkbar.
Hinzu kommt eine formale Seite: Betreiber sind verpflichtet, Maschinen nach Herstellerangaben zu warten und Mitarbeitende im Umgang zu unterweisen. Das gilt für Reinigungsroboter genauso wie für jede andere Maschine. Was sich ab 2027 für autonome Maschinen ändert, steht in unserem Beitrag zur EU-Maschinenverordnung.
Täglich: die Handgriffe nach jedem Einsatz
Die tägliche Pflege dauert wenige Minuten und gehört in die Hand der Person, die ohnehin für das Gerät zuständig ist. Am besten zu einem festen Zeitpunkt, etwa zum Schichtbeginn nach dem Nachteinsatz.
Scheuersaugroboter (CC1, CC1 Pro, BG1)
- Schmutzwasser leeren und Tank ausspülen, sofern keine Dockingstation das übernimmt. Der Pudu CC1 fasst je 15 Liter Frisch- und Schmutzwasser, der Pudu BG1 75 Liter Frisch- und 60 Liter Schmutzwasser.
- Grobe Rückstände entfernen: Haare, Fäden und Folienreste aus Bürste und Sauglippe ziehen, Siebe im Schmutzwassertank prüfen.
- Frischwasser und Reinigungsmittel kontrollieren. Wer mit Chemie arbeitet, sollte die Dosierung nicht nach Gefühl ändern, sondern nach Herstellerangabe des Mittels.
Kehr- und Saugroboter (MT1 Vac, MT1 Monster, MT1 Max)
- Schmutzbehälter leeren. Beim MT1 Monster mit 35-Liter-Behälter ist das in der Regel einmal pro Durchgang die einzige wiederkehrende Handarbeit, in der Praxis erledigt in unter fünf Minuten.
- Bürsten auf Umwicklungen prüfen. Bänder, Kabelbinder und Haare wickeln sich gern um die Tellerbürsten.
- Kurzer Blick auf den Filter. Ist er sichtbar zugesetzt, wird er ausgeklopft oder getauscht.
Einen Teil dieser Arbeit kann die Station übernehmen. Die Dockingstation für CC1 und CC1 Pro lädt das Gerät und wechselt das Wasser automatisch (1.950 € netto), die selbstreinigende Variante reinigt zusätzlich das Wischmodul (2.500 € netto). Beim BG1 spült die selbstreinigende Dockingstation das Schmutzwassersystem (2.700 € netto). Der Kontrollblick auf Bürste und Lippen bleibt trotzdem Aufgabe des Teams.
Wöchentlich: Sensoren, Lippen und Räder
Einmal pro Woche lohnt ein gründlicherer Durchgang, idealerweise mit einer kurzen Checkliste, die am Stellplatz hängt:
- Sensoren und Kameras reinigen. LiDAR-Fenster, Kameralinsen und Ultraschallsensoren mit einem weichen, trockenen Tuch abwischen. Beim CC1 Pro gehört die rückwärtige Kamera dazu, die das Reinigungsergebnis prüft. Beim MT1 Max, der auch auf Parkdecks und Rampen fährt, sollte dieser Schritt eher öfter erfolgen.
- Sauglippe und Abstreiflippen prüfen. Ist die Kante rund gelaufen oder eingerissen, bleibt Wasser stehen.
- Räder und Stoßfänger säubern. Aufgewickelte Fäden an den Rädern und Schmutz am Stoßfänger beeinträchtigen Fahrverhalten und Hinderniserkennung.
- Ladekontakte abwischen. Verschmutzte Kontakte an Roboter und Station sind ein häufiger Grund, warum ein Gerät morgens nicht voll geladen ist.
Verschleißteile: was regelmäßig getauscht wird
Verbrauchsmaterial ist bei Reinigungsrobotern gut planbar. Im Dauerbetrieb rechnen wir mit einem Bürstenwechsel pro Jahr. Filter, Pads und Lippen kommen je nach Belastung hinzu. Wie schnell ein Teil verschleißt, hängt stark von Boden, Schmutz und Einsatzstunden ab.
Zur Orientierung einige Preise aus unserem Sortiment (netto zzgl. USt.):
- Ersatzbürste für MT1 Vac und MT1 Monster: 147 €
- Luftfilter für MT1 Vac und MT1 Monster: 132,30 €
Beim MT1 Vac verdient der HEPA-Filter besondere Aufmerksamkeit: Er ist der Grund, warum das Gerät in Büros, Praxen und Pflegeeinrichtungen feinen Staub nicht nur aufwirbelt. Ein zugesetzter Filter mindert die Saugleistung und damit genau diesen Vorteil. Beim BG1 sind die Verschleißteile laut Hersteller über ein Snap-on-System schnell zugänglich, die Scheibenbürsten docken automatisch an.
Wichtig beim Nachkauf: Bürsten, Filter und Akkus sind modellgebunden. Original-Ersatzteile über einen autorisierten Vertragspartner vermeiden Passungsprobleme und Ärger bei der Gewährleistung. Verschleißteile wie Bürsten, Filter und Abstreiflippen halten wir in Zirndorf vorrätig.
Jährlich: Inspektion und Software
Einmal im Jahr, bei Mehrschichtbetrieb besser zweimal, gehört der Roboter in fachkundige Hände. Bei einer Inspektion werden unter anderem Antrieb, Bürstenmotoren, Absaugung, Schläuche und Dichtungen, Akkuzustand und Sensorik geprüft. Außerdem lohnt der Blick auf Karte und Reinigungspläne: Hat sich im Objekt etwas verändert, das im Plan noch nicht berücksichtigt ist?
Software- und Firmware-Updates gehören ebenfalls zur Wartung. Sie bringen Verbesserungen bei Navigation und Funktionen, sollten aber geplant eingespielt werden, nicht mitten in der Woche vor einer wichtigen Veranstaltung. Bei Störungen meldet der Roboter sich per App, viele Fälle lassen sich aus der Ferne klären, bevor jemand anfahren muss.
Wartungsvertrag oder Abrechnung nach Aufwand?
Ein Wartungsvertrag ist optional. Wer ein einzelnes Gerät im Einschichtbetrieb hat und ein zuverlässiges Team vor Ort, kommt auch ohne Vertrag gut zurecht. Einsätze rechnen wir dann nach Aufwand ab. Für Betriebe mit Mehrschichtbetrieb, mehreren Geräten oder einer Fläche, die nicht ungereinigt bleiben darf, bieten wir drei InnoClean-Pakete an (monatlich, netto zzgl. USt.):
- InnoClean Plus, 199 €: Inspektion einmal pro Jahr, Reaktionszeit vor Ort maximal 48 Stunden.
- InnoClean Full Service, 249 €: Inspektion zweimal pro Jahr, Austauschgerät binnen 24 Stunden.
- InnoClean Full Service Plus, 299 €: wie Full Service, zusätzlich Verbrauchsmaterial (bis zu vier Sets pro Jahr).
Die Verträge laufen 36 bis 48 Monate. Im Raum Nürnberg ist die Anfahrt zu den Wartungsterminen inklusive, außerhalb berechnen wir sie nach Aufwand. Welches Paket zu Ihrem Gerät passt und wie sich die Gesamtkosten mit Station und Wartung zusammensetzen, können Sie im Preisrechner durchspielen. Wie Wartung in die Gesamtkostenbetrachtung einfließt, erklärt unser Ratgeber Was kostet ein Reinigungsroboter?
Wer macht was? Aufgaben klar verteilen
Die meisten Wartungsprobleme sind Organisationsprobleme. Wenn sich niemand zuständig fühlt, bleibt der volle Schmutzwassertank stehen und der Filter wird erst getauscht, wenn das Ergebnis schon sichtbar schlechter ist. Bewährt hat sich eine einfache Aufteilung:
- Team vor Ort: tägliche und wöchentliche Pflege, Meldungen weitergeben, Verbrauchsmaterial rechtzeitig bestellen.
- Objekt- oder Hausverantwortliche: Reinigungspläne anpassen, wenn sich im Objekt etwas ändert, Berichte im Flottenmanagement auswerten.
- Fachhändler: Inspektion, Reparaturen, Ersatzteile, Updates und Unterstützung bei Störungen.
Zwei feste Ansprechpersonen pro Schicht und eine laminierte Checkliste am Stellplatz reichen in den meisten Betrieben aus. Wichtig ist, dass die Einweisung genau diese Personen erreicht. Lieferung und Inbetriebnahme inklusive Einweisung bieten wir optional für 990 € netto an, enthalten ist etwa eine Stunde Anfahrt ab Zirndorf.
Häufige Fragen zur Wartung von Reinigungsrobotern
Wie viel Zeit kostet die tägliche Pflege?
Mit Dockingstation meist nur wenige Minuten für Sichtkontrolle und das Entfernen grober Rückstände. Ohne Station kommen Befüllen und Entleeren der Tanks hinzu. Deshalb empfehlen wir, die Station von Anfang an mitzuplanen.
Kann unser Hausmeister die Wartung selbst übernehmen?
Die tägliche und wöchentliche Pflege ja. Inspektionen und Reparaturen sollten über den Fachhändler laufen, schon wegen der Gewährleistung.
Was passiert, wenn der Roboter ausfällt?
Zuerst klären wir per App, Fernwartung und Telefon, was los ist. Viele Fälle lassen sich so lösen. Mit InnoClean Plus gilt eine Reaktionszeit vor Ort von maximal 48 Stunden, mit Full Service ein Austauschgerät binnen 24 Stunden. Ohne Vertrag stimmen wir den Termin individuell ab.
Fazit: Wenig Aufwand, wenn er planbar ist
Die Wartung eines Reinigungsroboters ist kein Hexenwerk: ein paar Minuten täglich, ein gründlicher Blick pro Woche, eine Inspektion im Jahr und Verschleißteile, die man vorher kennt. Entscheidend ist, dass die Aufgaben feste Zuständige haben. Dann bringt das Gerät auch im dritten Jahr noch das Ergebnis des ersten.
Sie möchten wissen, welcher Wartungsaufwand bei Ihrer Fläche realistisch ist? Rufen Sie uns an unter 0911 47904156 oder schreiben Sie uns. Wir beraten Sie zu Gerät, Station und Wartung und planen auf Wunsch einen Testeinsatz individuell mit Ihnen.
Alle Preise netto zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmen, Gewerbetreibende, Freiberufler und öffentliche Einrichtungen – kein Verkauf an Verbraucher.

