Material zur Linie, Leergut zurück, Rollwagen zur Kommissionierung: In vielen Betrieben laufen genau diese Wege jeden Tag. Ein Transportroboter übernimmt sie, ohne Magnetband und ohne Hallenumbau. Die Frage ist selten, ob ein AMR grundsätzlich passt – sondern welcher. Bei Pudu stehen dafür vor allem der T300 und der T600 zur Wahl. Dieser Vergleich zeigt, worin sie sich unterscheiden und wann welches Modell sinnvoll ist.
Transportroboter T300 oder T600: der Überblick
Beide Modelle navigieren frei per VSLAM und LiDAR, weichen Personen und Hindernissen aus und lassen sich an Aufzüge und Tore anbinden. Sie unterscheiden sich vor allem in Traglast, Bauform und nötiger Gangbreite. Die Werte stammen aus den Herstellerangaben von Pudu Robotics bzw. den Produktseiten auf innobotics.de (Stand 2026).
| Kriterium | Pudu T300 | Pudu T600 |
|---|---|---|
| Traglast | bis 300 kg | bis 600 kg |
| Bauformen | Standard, Regal, Hub, Zug | Upright (mit Aufbau) und Underride (unterfährt Wagen) |
| Maße (L × B × H) | 835 × 500 × 1.350 mm (Standard) | Upright 960 × 500 × 1.350 mm; Underride 845 × 500 × 255 mm |
| Gangbreite | ab 60 cm | Upright ab 70 cm; Underride ab 65 cm |
| Laufzeit | 12 h ohne Last, 8 h voll beladen | bis 12 h ohne Last |
| Laden | 2 h auf 90 %, Wechselakku | 2 h auf 90 % |
| Schwellen / Spalten | 20 mm / 35 mm | 10 mm / 35 mm |
| Besonderheiten | Folgemodus, Schiebehilfe, ISO 3691-4 | VDA 5050, Underride hebt Regal- und Rollwagen an |
Kurz gesagt: Der T300 ist das schlanke Standardfahrzeug für Behälter, Kisten und enge Gänge. Der T600 trägt doppelt so viel und bietet mit der Underride-Variante einen anderen Arbeitsmodus – unter den Wagen fahren und anheben statt beladen.
Wann der Pudu T300 die bessere Wahl ist
Der Pudu T300 passt, wenn Ihre Lasten unter 300 kg bleiben und die Wege eng sind. Ab 60 cm Durchfahrt kommt er durch Bestandsanlagen, in denen breitere Fahrzeuge scheitern. Typische Einsätze:
- Materialversorgung in der Montage und zwischen Bearbeitungsschritten
- Behälter und Kisten im Lager und in der Kommissionierung
- Leergut- und Nachschubfahrten in der Fertigung
- Versorgungswagen in Klinik und Labor, auch über den Aufzug
Mit Hubaufbau hebt er Wagen an; im Zugmodus zieht er Rollwagen. Mehrere T300 können im Folgemodus hintereinander fahren – praktisch, wenn eine Person Material bereitstellt und die Roboter die Strecke übernehmen. Die Sicherheit ist nach ISO 3691-4 zertifiziert; LiDAR, Tiefenkameras, Kollisionsschutz und Not-Aus sind serienmäßig.
Wer sehr enge Gänge hat und vor allem Behälter statt Gitterboxen bewegt, startet mit dem T300 meist treffsicherer als mit dem schwereren Bruder.
Wann der Pudu T600 sinnvoller ist
Der Pudu T600 trägt bis 600 kg. Damit lohnt er sich, wenn schwere Bauteile, Gitterboxen oder volle Regalwagen die Regel sind und Sie mit weniger Fahrten auskommen wollen.
Zwei Bauformen:
- Upright: Aufbau und Bedienmast, 1,35 m hoch. Die Last liegt auf dem Roboter. Gangbreite laut Hersteller ab 70 cm.
- Underride: nur 25,5 cm hoch. Fährt unter Regal- und Rollwagen, hebt sie mittig an und bringt sie ans Ziel. Gangbreite ab 65 cm.
Die Underride-Variante ändert den Ablauf: Statt Behälter umzuladen, bleibt der Wagen als Ladungsträger. Das spart Handgriffe in Kommissionierung, Versand und Kliniken mit Wäsche- oder Versorgungswagen. Über VDA 5050 lässt sich der T600 in offene Flotten und Leitsysteme einbinden – relevant, wenn schon andere AMR im Haus sind oder geplant werden.
Grenzen beachten: Schwellen nur bis 10 mm (T300: 20 mm). Sehr enge Gänge unter 65 bzw. 70 cm sind Sache des T300.
Entscheidungshilfe: Last, Gang und Ladungsträger
Drei Fragen reichen für die Vorauswahl:
- Was wiegt die typische Last? Bis 300 kg → T300. Darüber bis 600 kg → T600. Paletten gehören nicht auf diese AMR; dafür gibt es autonome Gabelstapler. Überblick: Transportroboter.
- Wie breit sind die engsten Gänge? Unter 65 cm bleibt oft nur der T300. Ab 65–70 cm kommen beide Bauformen des T600 infrage.
- Bleibt der Ladungsträger stehen oder soll er mitfahren? Behälter und Kisten auf dem Roboter → T300 oder T600 Upright. Regal- und Rollwagen als Ganzes → T600 Underride.
Zusätzlich zählen Etagen und Tore: Beide Modelle unterstützen Aufzug- und Toranbindung. Ob Ihre Aufzüge freigegeben und ansteuerbar sind, klärt die Vor-Ort-Analyse. Den Unterschied zu spurgeführten Fahrzeugen erklärt AMR vs. AGV.
Was T300 und T600 nicht ersetzen
Servier- und Lieferaufgaben in Restaurant, Hotel oder Pflege mit Tabletts und geschlossenen Fächern gehören zu den Service-Modellen – etwa BellaBot, HolaBot oder FlashBot. Einen Überblick gibt der Servierroboter-Vergleich. T300 und T600 sind Intralogistik-Fahrzeuge für Halle, Lager und Klinikversorgung, keine Kellnersysteme.
Auch ersetzen sie keine Stapler für Paletten und keine Fördertechnik für Dauerströme mit sehr hoher Taktung. Ihr Nutzen liegt bei wiederkehrenden Punkt-zu-Punkt-Fahrten, die heute Fachkräfte zu Fuß oder mit Handwagen erledigen.
Einführung ohne Großprojekt
Der Einstieg folgt bei Innobotics einem klaren Muster: Wege, Lasten und Engstellen vor Ort ansehen, eine Route mit einem Fahrzeug kartieren, Übergabepunkte festlegen und den Betrieb im echten Ablauf erproben. Testeinsätze werden individuell geplant – nicht pauschal als kostenlos oder regional begrenzt angeboten. Erst wenn die Route messbar läuft, skalieren Sie mit weiteren Fahrzeugen oder Routen.
Kauf, Leasing und Mietkauf sind möglich. Miete klären wir im Einzelfall. Die Inbetriebnahme ist optional und kostet pauschal 990 € netto (inkl. Anfahrt von rund einer Stunde ab Zirndorf; darüber nach Aufwand). Preise für die Fahrzeuge selbst hängen von Bauform, Aufbau, Stückzahl und Anbindung ab und erhalten Sie nach einem kurzen Gespräch.
Häufige Fragen
Reicht ein T300, oder brauche ich gleich den T600?
Wenn Ihre Lasten dauerhaft unter 300 kg bleiben und die Gänge eng sind, reicht der T300. Der T600 lohnt sich bei höheren Gewichten, Gitterboxen oder wenn Sie Wagen unterfahren und anheben wollen.
Können T300 und T600 gemischt fahren?
Ja. Viele Betriebe starten mit einem Typ und ergänzen später den anderen für andere Lasten oder Bereiche. Der T600 unterstützt zusätzlich VDA 5050 für die Anbindung an Flottenleitstände.
Muss die Halle umgebaut werden?
In der Regel nicht. Entscheidend sind freie Durchfahrt in der nötigen Breite, befestigter Boden und WLAN an den Übergabepunkten. Magnetband oder Reflektoren sind nicht nötig.
Wie lange fahren die Roboter mit einer Akkuladung?
Laut Hersteller bis zu 12 Stunden ohne Last; der T300 gibt voll beladen 8 Stunden an. Auf 90 % laden beide in etwa 2 Stunden. Für Mehrschichtbetrieb gibt es automatisches Laden bzw. beim T300 einen Wechselakku.
Kann ich den Roboter vorher im Betrieb sehen?
Ja. Nach der Beratung planen wir bei Bedarf individuell einen Testeinsatz auf Ihren Wegen.
Fazit: Last und Gang entscheiden, nicht der Prospekt
Pudu T300 oder T600 ist keine Frage des „besseren“ Roboters, sondern von Traglast, Gangbreite und Ladungsträger. Der T300 ist schlank, wendig und stark bei Behältern bis 300 kg. Der T600 verdoppelt die Last und öffnet mit der Underride-Bauform einen anderen Prozess: Wagen mitnehmen statt umladen. Wer das klar zuordnet, spart sich Fehlkäufe und unnötige Umbauten.
Sie möchten wissen, welches Modell zu Ihren Wegen passt? Rufen Sie uns an unter 0911 47904156 oder schreiben Sie uns. Wir beraten zu Modell, Aufbau und Beschaffung und planen auf Wunsch einen Testeinsatz individuell mit Ihnen.
Alle Preise netto zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmen, Gewerbetreibende, Freiberufler, Vereine und öffentliche Einrichtungen – kein Verkauf an Verbraucher. Technische Angaben laut Hersteller Pudu Robotics bzw. den Produktseiten auf innobotics.de (Stand 2026).

