
AMR vs. AGV – beide transportieren Material fahrerlos, aber sie tun es grundverschieden. Die Kurzfassung: AGV folgen einer fest installierten Spur, AMR navigieren frei. Welche Technologie die richtige ist, hängt weniger vom Budget ab als von einer einzigen Frage: Wie oft ändert sich Ihre Umgebung? Dieser Ratgeber vergleicht beide Systeme ehrlich – inklusive der Fälle, in denen das ältere AGV-Konzept die bessere Wahl bleibt.
Was ist ein AGV?
Ein AGV (Automated Guided Vehicle, deutsch: fahrerloses Transportfahrzeug) folgt einer vorgegebenen Führung – Induktionsschleife im Boden, Magnetband, QR-Code-Raster oder Laserreflektoren. Das Fahrzeug kennt nur seine Spur: Steht ein Hindernis im Weg, hält es an und wartet, bis der Weg frei ist. Diese Einfachheit macht AGV extrem berechenbar und im Dauerbetrieb sehr zuverlässig.
Was ist ein AMR?
Ein AMR (Autonomous Mobile Robot) baut sich per SLAM-Verfahren (Laser + Kamera) eine eigene Karte der Umgebung und plant seine Route selbst. Hindernisse umfährt er dynamisch, neue Ziele bekommt er per Software statt per Umbau. AMR wie der Pudu T300 sind dadurch in Tagen statt Monaten einsatzbereit – ganz ohne Eingriffe in den Boden oder die Gebäudestruktur.
AMR vs. AGV: der direkte Vergleich
| Kriterium | AGV | AMR |
|---|---|---|
| Navigation | feste Spur (Magnetband, Induktion, QR) | frei per SLAM (Laser + Kamera) |
| Infrastruktur | Installation erforderlich | keine baulichen Anpassungen |
| Hindernisse | stoppt und wartet | umfährt dynamisch |
| Layout-Änderung | Umbau der Spurführung | Route per Software neu planen |
| Inbetriebnahme | Wochen bis Monate | Tage |
| Investition | höhere Projektkosten durch Infrastruktur | geringere Einstiegskosten, mietbar |
| Berechenbarkeit | sehr hoch (feste Takte) | hoch, aber dynamischer |
| Ideal für | stabile Serienprozesse | wechselnde Layouts, Mischverkehr |
Wann ist das AGV die bessere Wahl?
- Hochrepetitive Transporte auf immer gleichen Routen über Jahre.
- Streng getaktete Serienfertigung, in der Berechenbarkeit vor Flexibilität geht.
- Umgebungen mit wenig Personen- und Mischverkehr.
Wann gewinnt der AMR?
- Layouts, die sich ändern – neue Linien, saisonale Umbauten, wachsende Lager.
- Mischverkehr mit Menschen, Staplern und Hubwagen.
- Schneller Start: Pilot in Tagen, keine Baumaßnahmen, auch zur Miete.
- Mehrere Einsatzorte oder Routen, die flexibel bedient werden sollen.
In der Praxis läuft es zunehmend auf den AMR hinaus: Die Navigation ist ausgereift, die Einstiegskosten sind gesunken, und die Flexibilität zahlt sich in fast jedem gewachsenen Betrieb aus. Einen Überblick über alle Systemklassen – inklusive autonomer Stapler – gibt unsere Seite Fahrerlose Transportsysteme.
Unsere AMR-Lösungen
Innobotics liefert mit dem Pudu T300 (bis 300 kg, 60 cm Mindestdurchgang, bis 12 h Laufzeit) und dem Pudu T600 (bis 600 kg) autonome Transportroboter für Produktion und Lager – ergänzt um den OrionStar CarryBot für Kommissionier- und Paketprozesse. Details und Anfrage auf der Transportroboter-Seite.
Häufige Fragen
Ist ein AMR sicherer als ein AGV?
Beide Systeme arbeiten mit Sicherheitssensorik und gelten bei normgerechtem Einsatz (u. a. EN ISO 3691-4) als sicher. Der AMR reagiert flexibler auf unvorhergesehene Situationen, das AGV ist durch die feste Spur maximal vorhersehbar.
Kann ich von AGV auf AMR umsteigen?
Ja – da AMR keine Infrastruktur benötigen, lassen sie sich parallel zum Bestand einführen und Routen schrittweise übernehmen.
Was bedeutet FTS bzw. FTF?
FTS steht für fahrerloses Transportsystem (Gesamtsystem), FTF für fahrerloses Transportfahrzeug (das einzelne Fahrzeug). AGV und AMR sind beides FTF – sie unterscheiden sich in der Navigation.
